Medizinische(r) Fachangestellter(r)


Neuer Abschluss mit mehr Möglichkeiten

Fabienne Zimmer füllt in einer Kinderarztpraxis in Darmstadt Patientenkarteien aus und nimmt Blut ab. Die 22-Jährige ist aber keine Arzthelferin, sondern die erste Medizinische Fachangestellte in Deutschland. wie es bei der Hessischen Landesärztekammer heißt. Arzthelferinnen werden danach seit August 2006 nicht mehr ausgebildet.

Stattdessen gebe es den modernisierten und anspruchsvolleren Beruf der Medizinischen Fachangesellten. Gesundheitsberatung, Praxismanagement und der Umgang mit Patienten spielten dabei eine größere Rolle als in dem alten Lehrberuf.

Fabienne Zimmer hätte ihre schon im September 2005 begonnene Ausbildung zur Arzthelferin noch beenden können. Doch die 22-Jährige hat freiwillig auf den neuen Ausbildungsgang umgesattelt. Ihre bisherige Lehrzeit wurde dabei angerechnet. Weil Zimmer zudem gute Leistungen und das Abitur vorzuweisen hat, konnte sie ihre Ausbildung von drei auf eineinhalb Jahre verkürzen. Den modernisierten Abschluss hat sie bereits ein halbes Jahr nach seiner Einführung in der Tasche.

Aus Sicht der Berufsanfängerin spricht für den neuen Abschluss, das neben der schriftlichen Prüfung eine 75-minütige Prüfung eng an den Alltag in der Arztpraxis angelehnt sei. So habe sie anhand eines vorgegebenen Fallbeispiels ihren Umgang mit einem Patienten demonstrieren müssen, von der Messung des Blutzuckerspiegels bis hin zur richtigen Reaktion, als der Patient kollabierte. „Die Aufgabe war praxisnah, es kam auf Selbstständigkeit an“, sagt die 22-Jährige, die für ihre Prüfung mit der Note „sehr gut“ bewertet wurde.

Mit ihrem Abschluss wurde Zimmer gleich in ihrer Darmstädter Ausbildungspraxis angestellt. Das sie die erste Medizinische Fachangestellte bundesweit ist, habe dabei keine Rolle gespielt, sagt die Griesheimerin. „Ich wäre auch als Arzthelferin übernommen worden.“ Doch die 22-Jährige erhofft sich vom neuen Abschluss mehr Möglichkeiten für die berufliche Zukunft. „Wenn man Fortbildungen machen will, zum Beispiel in Richtung Praxismanagement, kann der neue Abschluss von Vorteil sein.“ Eigentlich will Zimmer aber Medizin studieren. Dabei seien die erworbenen Kenntnisse ebenfalls von Vorteil.

Auf einen Blick:

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 02.02.2008


 

zurück